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Buch von Rick hier...
 

Es gibt keinen Schuldigen

Frage: Ich liebe Dein Buch „Jeder Moment ist Gnade“ - Ich kann sehen, dass Du „dort“ bist. Es erscheint mir so als wäre es ein „Geschenk“ gewesen - war es das? Und mit dem Wort „Geschenk“ meine ich, dass ich nichts tun kann, um dort hin zu gelangen. Es passiert - oder es passiert nicht.
Aber was kann ich tun, um damit aufzuhören etwas zu tun und jemand sein zu wollen - während ich mich in dem Zustand des „Jemand Sein“ befinde?

Rick: Du sagst „da ist nichts was ich tun kann“ und dann fragst Du „was kann ich tun um, aufzuhören jemand zu sein?“
Wie auch immer, es ist nicht so, dass es da nichts gibt was Du tun kannst, es ist vielmehr so, dass Niemand da ist um irgendetwas zu tun!
Es gibt nur Bewusstsein - das ist Alles was da ist! Wenn das erkannt ist, ist ebenso erkannt, dass da niemals eine Person mit Deinem Namen, in irgendeinem Zustand, existiert hat und, dass sogar die Idee von „Vorher“ und „Nachher“ lediglich ein Gedanke ist, der keine unabhängige Realität hat. Dann ist ebenso erkannt, dass jeder scheinbare „Zustand“ lediglich Bewusstsein ist, welches als ein Jemand in einem Zustand erscheint.
Die Idee von einer Person, die denkt sie sei „jemand“ ist der perfekte Ausdruck des Bewusstseins in der Zeitlosigkeit!
Nichts braucht sich ändern...das ist die Gnade... das „Geschenk“!

Frage: Ich weiß um alles, was Du mir erzählst. Wirklich. Aber bis jetzt ist es lediglich ein intellektuelles Verständnis, weil da die Erfahrung des Ego und der Trennung ist.
Wie kann „Ich“ verschwinden? Wie kann das passieren?
Wie kann das passieren, dass die Erfahrung nur noch Stille ist, Nichts und Erkenntnis - mit einem Rest willkürlicher Persönlichkeiten welche auftauchen und dann wieder verschwinden?
Diejenige, die denkt, sie sei ein Individuum mit einem Namen, stellt sich vor, dass etwas fehlt und, dass es einen Zustand von Segen, Stille, Leehrheit und Erkenntnis gibt, der irgendwann in der „Zukunft“ kommt.

Rick: Du bist bereits Bewusstsein - All das was ist, was sich selbst als „Jemand“ mit all diesen Gedanken und Glaubenssätzen ausdrückt. Es ist lediglich dieser „Jemand“, der nach dem „Wie“ fragt. Bewusstsein ist völlig zufrieden mit dem wie es ist. Alle Fragen verschwinden in der Auflösung dieses Glaubensatzes von diesem Jemand.
Das wird entweder „passieren“ - oder nicht, aber es gibt niemanden, der es passieren lassen kann (oder es verhindern kann, zu passieren). Gedanken geschehen weiter - doch der Glaube daran, dass sie die Wirklichkeit repräsentieren, schwindet.

Frage: Ich war die letzten beiden Jahre auf dem Rainbow Spirit Festival in Deinem Satsang. Letztes Jahr bat ich Dich Dein Buch für mich zu signieren. Du schriebst „...sogar während Du an der Geschichte Vergnügen findest...“ hinein. Aber manchmal kann ich kein Vergnügen an der Geschichte (des Lebens) finden. Und manchmal kann ich es - aber nur in dem speziellen Moment - und nicht danach. Gibt es „schlechte“ Taten? Wenn es keine Wahl gibt, ist das dann eine Entschuldigung für alles, was ich anderen antue? Meine Geschichte ist die, dass der Bruder meines Ehemannes mich liebt und mit mir schlafen will. Es ist ein großartiges Gefühl mit ihm zusammen zu sein. Aber da ist eben auch mein anderes Leben mit meinem Ehemann und unseren drei Kindern. Ich fühle mich schlecht und geliebt zur gleichen Zeit.
Ich weiß, was es heißt, ein „Niemand“ zu sein. Als ich letztes Jahr vor Dir stand war ich „nicht da“. Du hast mir offenbart, dass ich „Das“ bin weil Du „Das“ bist. Ich danke Dir sehr.

Rick: Die Geschichte scheint nahezulegen, dass da eine Person ist, die eine Wahl, über zwei verschiedene Lebens-wege, treffen muss. Obwohl in Wahrheit keine Wahl besteht. Das Leben, wie es erscheint, wird sich auf jede ihm mögliche Weise entfalten. Diese Entfaltung kann schmerzhafte Gedanken und Gefühle enthalten - aber sie geschehen Niemandem. Der Schmerz scheint sogar noch schlimmer zu sein wenn da der Glaubensatz existiert, dass es einen Jemand gibt, der den einen oder anderen Weg wählen muss. Es gibt niemanden, der einen Fehler machen kann.

Frage: Ich habe Ihr Buch gelesen und fand es ausgezeichnet.
Nur eine kurze Frage „Ist alles determiniert?“  Ja oder Nein?

Rick: Es gibt weder freien Willen noch Vorbestimmung. In „dem Wissen“ wird es klar, dass die Zeit ebenso eine Illusion ist wie die Idee von der Individualität. Es gibt nur „was ist“. Das ist die unendliche Gegenwart... keine Vegang- enheit und keine Vorbestimmung. Ebenso - setzt freier Wille das Konzept der Zeit voraus, nämlich wenn ein „Individuum“ eine „Wahl“ in der „Zeit“ trifft. Deshalb gibt es ebenso keinen freien Willen.

Dr. Richard Linchitz (Rick) ist einer der führenden Anti-Aging-Experten der USA, ein hervorragender Arzt und ein guter Freund für Menschen auf dem Weg zu sich selbst.
Nach einer schweren Krebs-Erkrankung erwachte er in einer Begegnung mit Satyam Nadeen und begleitete ihn danach in seinen Satsangs. Rick liebt das einfache Teilen der Erfahrung - jenseits vom “ein Lehrer sein wollen”.

Übersetzung: Thomas Mariam Sura

 

Jeder Augenblick ist Gnade

Frage: Rumi sagt: “Sei hilflos, völlig aufgeschmissen – dann wird ein Gnadenstrahl erscheinen.” Du sagst: “Jeder Augenblick ist Gnade”. Trägt der Gnadenstrahl uns erst, wenn wir hilflos und aufgeschmissen sind oder schon jetzt, in jedem Augenblick? Das kommt mir richtiger vor. Kannst du etwas dazu sagen?

Rick: Ich habe schon geahnt, dass ich Probleme kriege, wenn ich Rumi zitiere! Denk dran – Worte können immer nur die Wahrheit wachrufen, die du schon weißt.

Manche ‚Lehrer’ versuchen, Worte auf präzise Weise zu nutzen, um auf die Wahrheit hin zu deuten. Ihre Konzepte sind verhältnismäßig klar und konsistent (aber nie vollkommen, weil wir schließlich Nichts beschreiben).
Andere, wie Rumi, sind trunken vor Liebe zu Dem. Seine Poesie ist bedeutungsvoll, aber ihre einzelnen Bestandteile können nicht wirklich effektiv analysiert werden. Wenn wir sie zu analysieren versuchen, klingt alles schief (oder zumindest die Übersetzungen klingen schief, wir lesen ja nicht das Original).
Wenn er zum Beispiel sagt: “Sei hilflos, völlig aufgeschmissen, ohne Ja oder Nein” – mit wem spricht er da? In Wirklichkeit ist da niemand, der wählen könnte, hilflos zu sein oder nicht. Und wenn es niemanden gibt, der eine Wahl treffen kann – wann kommt dann der ‚Gnadenstrahl’? Er ist wirklich immer da, obwohl wir ihn nicht immer klar sehen.
Doch wenn ich Rumi lese, kann ich die Trunkenheit spüren... die Liebe zu Dem scheint verstärkt zu werden und ich könnte vor Freude laut singen (na gut, ich erspare dir das lieber).

Du brauchst nur zu leben

Frage: Rumi sagt: “Wir sind zu blind, um jene Schönheit zu sehen. Wenn wir sagen, wir sehen sie, dann lügen wir.” Ist das so, weil wir die Schönheit nur sehen, wenn ‚wir’ nicht mehr sind?

Rick: Genau! Die Schönheit ist ‚was ist’ und das sehen wir nur, wenn ‚wir’ nicht mehr sind.
Aber alles in allem würde ich Rumis Gedichte nie als Lehrbeispiel verwenden oder versuchen, die einzelnen Aussagen auseinander zu pflücken. Wenn seine Poesie die Liebe zu Dem weckt, dann ist das genug. Es reicht, sie zu genießen!

Frage: Danke für deine Antworten - mir fällt wieder mal eine Last von der Seele!
Ich kann sehen, wie der Verstand versucht, die Präzision deiner Aussagen zu verstehen und nachzuahmen. Dann habe ich plötzlich den Eindruck, ich müsste und könnte Rumi ‚durchschauen’ und entscheiden, welche Gedichtstellen stimmig sind und welche nicht. Aber deine Antworten zeigen mir, wie absurd das ist!
Dann spüre ich diese Einfachheit – etwas Leichtes oder Süßes, Erleichterung und Freude: Gedichte dürfen einfach nur Gedichte sein, und die Freude an ihnen ist Das – jenseits von Worten und von Gedanken, ohne an etwas festzuhalten (wie wenn mir ein alter, schwerer Mantel von den Schultern rutscht und ich den Wind wieder spüren kann).

Rick: Wunderschön gesagt.

Frage: Ja, und dann kann ich sehen, es sind alles nur Hinweise, manchmal in Form von Klarheit, manchmal als Freude an einem schönen Gedicht, manchmal als Hilflosigkeit... was auch immer. Kein Richtig, kein Falsch, kein Weg.
Ich würde gerne noch mehr fragen, einfach weil es ein solches Vergnügen ist, Antworten zu erhalten, aber das ist jetzt einer der Momente, in denen die Fragen ‚wegbröseln’. Deshalb schicke ich dir lieber noch ein anderes Gedicht von Rumi und bitte dich, etwas dazu zu sagen. Wenn du magst...

Kein ‚Rick’ mehr

Frage: Rick, in deiner Einführung sagst du: “Die Vorstellung, es gäbe einen separaten Rick, war verschwunden und kam nie zurück.”
Wie erlebst du jetzt diesen so genannten ‚Rick’, der aus praktischen Gründen ‚Ich’ sagt und auf all diese Leute, die sich für getrennte Wesen halten, eingeht, als wären diese eine ‚Person’? Rick: ‚Ich’ erlebe keinen Rick – es gibt nicht länger die Illusion eines ‚Ich’, das irgendetwas erlebt. Die Reaktionen der scheinbaren Individuen aufeinander finden vollkommen automatisch statt, und Rick wird nur als getrennte Person gesehen, wenn die Idee der Individualität und des Getrenntseins als Filter dient.

Die gesammelten Gedanken – insbesondere die ‚selbst’-bezogenen Gedanken, die wir als ‚Verstand’ oder ‚Ego’ bezeichnen – zerlegen die Realität ständig auf diese Weise in du und ich, meins und deins, gut und schlecht, und so weiter. Solche Gedanken finden auch nach dem Erwachen weiterhin statt, aber es wird ihnen kein Glaube mehr geschenkt. Das Leben wird einfach gelebt. Alles geschieht von selbst und die Interaktionen bereiten kein Kopfzerbrechen mehr.

Da besteht ein ‚Wissen’, dass es keinen individuellen Rick mehr gibt, obwohl immer noch Emotionen, Gefühle, Gedanken und Empfindungen da sind, die anscheinend von einem bestimmten Körper ausgehen, den andere scheinbare Individuen ‚Rick’ nennen. Diese Gedanken und Gefühle sind dieselben ‚Erfahrungen’, die zu dem Glauben an andere getrennte Individuen führten. Sie werden nicht länger geglaubt oder in irgendeiner Weise für bedeutungsvoll gehalten. Alles das hat überhaupt kein Gewicht – genau wie das scheinbare Leben, das sich automatisch zu entfalten scheint.

Nichtwissen

Frage: Rick, manchmal ist es mir peinlich, Fragen zu stellen. Mein Verstand sagt mir dann, ich müsste die Antworten selber wissen oder richtiger, er würde sie für mich finden, wenn ich ihm nur genug Zeit gebe. Es sagt: “Das ist doch vollkommen logisch, ich finde es dir heraus!” oder “Jetzt musst du wirklich mal hinter der Wahrheit her sein, etwas dafür tun, alles in dir anschauen und keine Zeit vergeuden,” und so weiter.
Und dann kommst du und gibst diesem ganzen Mechanismus keine Chance. Ich habe dieses Koan-Gefühl, wo der Verstand gegen eine Wand rennt, und ich kann das nur willkommen heißen und wissen, dass ich nichts weiß. Deine Worte machen das mit mir.
Und was ich jetzt wissen möchte: Ist das aus deiner Perspektive gesehen auch nur Quatsch, sind das auch nur Konzepte und Tricks des Verstandes oder was ist es?
Ich glaube zu WISSEN, dass es etwas anderes ist, aber wer oder was in mir scheint das zu wissen?

Rick: Falls ich deine Frage recht verstehe: Alle Fragen kommen aus dem illusorischen Verstand, aber NICHTWISSEN ohne jede Frage, jede Sorge, ist etwas anderes. Da gibt es kein ‘Müsste’, kein ‘Sollte’ und kein ‘Sollte-Nicht’.
Wenn du einem Lehrer zuhörst, wird sich der Verstand leicht auf irgendetwas stürzen, um sich daran festzuhalten. Sagt der Lehrer: “Vergeude keine Zeit“, dann hört der Verstand die subtile (oder nicht so subtile) Botschaft, er könne ‚etwas tun’. Selbst wenn der Lehrer dich einfach nur sanft ermutigt, die Dinge zu erlauben, kann der Verstand das als Methode benutzen.
Manchmal hat auch der Lehrer nicht ganz den ‚Durchblick’ und regt denjenigen, für den du dich hältst, dazu an sich zu bemühen. Es ist eine große Versuchung für viele Lehrer, diese Tür offen zu halten. Sie zu verschließen und klar zu kommunizieren, dass es absolut nichts zu tun gibt (weder für ‚dich’ noch für ‚mich’), bedeutet, dass der Lehrer nicht nötig ist – und das ist nicht gut, wenn sein Lebensunterhalt davon abhängt.

Dann wieder ist es der Schüler, der die Aussa gen des Lehrers falsch interpretiert. Und der ‚Verstand’ dreht sich im Kreise.
Wenn der Lehrer der Illusion des Individuums eindeutig keinen Raum gibt, tauchen Angst, Verwirrung, Unsicherheit und sogar Hoffnungslosigkeit auf. Das ist der Verstand, das Konzept der Individualität, das sich aufzulösen beginnt.
Von ‚Dem’ aus betrachtet, kann, wenn die Bereitschaft da ist, ein freudiges Prickeln auftauchen, das Gefühl, dass der Verstand stoppt, Erstaunen, vielleicht Klarheit und Frieden.
Letzten Endes ist man hilflos, aufgeschmissen und vollkommen einverstanden mit allem. Ein wahres ‚Willkommen’, wie du es nennst, kann nur aus dieser absoluten Hilflosigkeit kommen.

Auszug aus Ricks Buch “Jeder Augenblick ist Gnade” , J.Kamphausen Verlag

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